Erinnerungskulturen an die Okkupation in Griechenland (MOG)

Projektlaufzeit: 2016 – 2018

Projektpartner: Nationale und Kapodistrias-Universität Athen

Förderung: Auswärtiges Amt, Stavros Niarchos Foundation, Stiftung "Erinnerung, Verantwortung und Zukunft", Freie Universität Berlin

Projektwebsite: www.occupation-memories.org

Projektbeschreibung

Das Projekt „Erinnerungen an die Okkupation in Griechenland“ will lebensgeschichtlichen Video-Interviews mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen der deutschen Besetzung Griechenlands während des Nationalsozialismus aufnehmen, bewahren, wissenschaftlich aufbereiten und in einer Online-Plattform bereitstellen. Das Projekt gliedert sich in zwei Phasen:

Erste Phase

In der ersten Phase werden die Interviews aufgenommen. Erfasst werden sollen in landesweiter Streuung Vertreterinnen und Vertreter der verschiedensten „Zeugen“- Kategorien: Zeitzeugen von Bombenangriffen, versteckte Juden, Shoah-Überlebende, Personen, die bei Razzien in Athen und anderen Orten verhaftet und nach Deutschland deportiert wurden, Widerstandskämpfer, Opfer der Massaker etc.
Die Zeitzeuginnen und Zeitzeugen werden gebeten ihre Lebensgeschichte zu erzählen und erhalten somit die Gelegenheit auch zu relevanten Nachkriegsaspekten ihrer persönlichen deutsch-griechischen „Begegnung“ Zeugnis abzulegen. Die Interviews bieten ihnen die Möglichkeit, ihre eigene Geschichte vor der Vergessenheit zu bewahren. Für die Gesellschaft sind sie ein unverzichtbares Element der Erinnerungskultur. Eine solche umfassende Sammlung von Interviews hat es in Griechenland bisher noch nie gegeben.

Zweite Phase

In der zweiten Phase soll ein Online-Portal für die Zeitzeugeninterviews geschaffen werden, in dem die Interviews mit weiteren Quellenmaterialien ergänzt und historisch kontextualisiert werden. Neben den Interviews soll das Online-Archiv auch Schlagwörter und Überschriften, Register, Kurzbiographien, Interviewprotokolle und erklärenden Angaben zu komplexen in der Erzählung angesprochenen Themen beinhalten. Verschiedene Suchfunktionen sollen geboten werden und es den Nutzern ermöglichen einzelne Passagen in den Interviews direkt zu finden und anzuwählen.
Das Online-Archiv wird aus personenschutzrechtlichen Gründen erst nach einer Anmeldung für die verschiedenen Nutzer abrufbar sein.

Die Mitarbeiter des Projekts sind ausgewählte Forscherinnen und Forscher von griechischen und deutschen Universitäten. Die Projektergebnisse sollen für die Forschung aber auch für die interessierte Öffentlichkeit bereitgestellt werden.

Grundsätzlich ist über die Okkupation Griechenlands in Deutschland wenig bekannt. Die Interview-Sammlung kann wesentlich dazu beitragen, dass der deutschen Öffentlichkeit die Kriegsverbrechen auf griechischem Boden bewusst werden. Für die griechische Gesellschaft ist das Projekt ein wichtiger Bestandteil zur Bewahrung der kulturellen Erinnerung.


Projektleitung (CeDiS):

Projektmanagement:

Projektmitarbeiter/innen (CeDiS):

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