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"Zwangsarbeit 1939-1945. Erinnerungen und Geschichte"
Ein digitales Archiv für Bildung und Wissenschaft
Eine Kooperation der Stiftung "Erinnerung,
Verantwortung und Zukunft" mit der Freien
Universität Berlin und dem Deutschen Historischen Museum
Projektlaufzeit: Beginn Oktober 2007
Projektpartner:
- Stiftung "Erinnerung, Verantwortung
und Zukunft"
- Freie Universität Berlin (Center für Digitale
Systeme, CeDiS, und Arbeitsbereich für
Geschichte Ostmitteleuropas)
- Deutsches Historisches Museum
Projektwebsite: www.zwangsarbeit-archiv.de
Fotos der Vertragsunterzeichnung »

Kurzbeschreibung des Projekts:
"Zwangsarbeit 1939-1945" bewahrt die Erinnerung an die über zwölf Millionen Menschen, die für das nationalsozialistische Deutschland Zwangsarbeit geleistet haben. Knapp 600 ehemalige Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter aus 27 Ländern erzählen ihre Lebensgeschichte in ausführlichen Audio- und Video-Interviews. Die Interviews werden digitalisiert und über eine zweisprachige Online-Plattform für Bildung und Wissenschaft bereit gestellt.
Die Interview-Sammlung entstand von 2005 bis 2006 im Rahmen des Projekts "Dokumentation lebensgeschichtlicher Interviews mit ehemaligen Sklaven- und Zwangsarbeitern" der Stiftung "Erinnerung, Verantwortung und Zukunft". Sie enthält 583 lebensgeschichtliche Interviews mit KZ-Häftlingen, Kriegsgefangenen und 'zivilen' Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeitern. Unter Federführung des Instituts für Geschichte und Biographie der Fernuniversität Hagen wurden in 27 Ländern, vor allem in Mittel- und Osteuropa, 192 Video- und 391 Audio-Interviews in der Muttersprache der Zeitzeuginnen und Zeitzeugen durchgeführt. Etwa ein Drittel der Interviewten waren "Sklavenarbeiter" in Konzentrationslagern; fast die Hälfte sind Frauen. Fast alle Interviews sind transkribiert und durch Datenbögen, Interview-Protokolle und Kurzbiografien erschlossen; über 4000 Scans von privaten Dokumenten und Fotografien ergänzen die insgesamt rund 2000 Gesprächsstunden.
Das im Herbst 2007 begonnene Kooperationsprojekt der Stiftung "Erinnerung, Verantwortung und Zukunft" mit der Freien Universität Berlin und dem Deutschen Historischen Museum zielt auf die dauerhafte Sicherung, Bereitstellung und fundierte Erschließung der Audio- und Video-Interviews und ihrer Begleitmaterialien.
Das Deutsche Historische Museum sorgt für die fachgerechte Inventarisierung und die dauerhafte Lagerung der etwa 2000 Audio- und Video-Bänder und ihrer Begleitmaterialien. Das Center für digitale Systeme (CeDiS) der Freien Universität Berlin digitalisiert die Interviews und entwickelt eine interaktive webbasierte Archivplattform. Der Arbeitsbereich für Geschichte Ostmitteleuropas am Osteuropa-Institut der Freien Universität koordiniert die Übersetzung und die Erschließung der Interviews.
Die in 25 Fremdsprachen vorliegenden Interviews werden ins Deutsche übersetzt. Die wissenschaftliche Erschließung soll eine detaillierte Recherche nach verschiedenen Suchoptionen ermöglichen, die zielgenau auch zu einzelnen Interviewpassagen führt. Die Online-Plattform wird nach einer Registrierung unterschiedliche Rechercheoptionen und den direkten Zugriff auf die mit weiterführenden Materialien angereicherten Interviews erlauben. Vorgesehen sind zudem Funktionen für kooperatives Arbeiten (Web 2.0).
Geplant ist ferner eine didaktische Aufbereitung des Materials für die historisch-politische Bildung. Biografische Kurzfilme und Unterrichtsmaterialien als Print und DVD werden die Nutzung der Interviews im regulären Geschichtsunterricht, bei Projekttagen und Gedenkstättenbesuchen erleichtern. Ausgewählte Interviews werden in einer PC-Station in die Dauerausstellung des Deutschen Historischen Museums integriert.
Ansprechpartner für das Projekt bei CeDiS:
Dr. Doris Tausendfreund
E-Mail: doris.tausendfreund@fu-berlin.de
Kontakt für Presseanfragen:
Telefon: +49 (0)30 / 838 53705
E-Mail: presse@cedis.fu-berlin.de
Kontakt zum Projekt-Team allgemein »


