Online-Lehre an der Freien Universität: Praxistipp 3 im Sommersemester

24.02.2021

Online-Lehre an der Freien Universität: Praxistipp 4 (Ihre Online Lehre & OER)

Liebe Lehrende,
liebe Kolleginnen und Kollegen,

das dritte Online-Semester ist in vollem Gange und nicht jede Lehrveranstaltung verläuft den eigenen Erwartungen entsprechend. Um Tipps zur Optimierung der eigenen Online-Lehre zu erhalten, empfehlen wir die folgende Veranstaltung:


Online-Lehre weiter:denken – Optimierung digitaler Lehre
Die letzten Semester bedeuteten für Viele einen Kaltstart in das digitale Lehren und Lernen. Woran liegt es, dass manche Angebote gut und andere kaum angenommen werden? Wie kann die eigene Lehre mediendidaktisch bzw. technisch nachjustiert werden, damit digitale Szenarien gelingen? Am Mittwoch, 19. Mai 13-15 Uhr lernen Sie die zentralen Planungsaspekte für Online-Settings kennen, spiegeln positive und negative Erfahrungen aus den letzten Semestern und erhalten konkrete Verbesserungshinweise für Ihre eigene Online-Lehre: >> Weitere Informationen und Anmeldung zum Online-Webinar


Open Educational Resources (OER)
Offene Bildungsressourcen sind ein ambivalentes Feld in der Hochschullehre. Inhalte Anderer sind oft eine willkommene Ergänzung der eigenen Materialien. Aber wie steht es um die Bereitstellung der eigenen Materialien? Warum sollte man das tun und wie stellt man das an? Mit diesen und weiteren Fragen wollen wir im heutigen Praxistipp in die Thematik einsteigen. Ein zukünftiger Tipp im Folgesemester wird den Fokus auf didaktische Szenarien und Formate richten und das Thema vertiefen.

Überblick: Was heißt OER


Die gebräuchlichste Definition für Open Educational Resources stammt von der UNESCO (2017):

"Open Educational Resources (OERs) are any type of educational materials that are in the public domain or introduced with an open license. The nature of these open materials means that anyone can legally and freely copy, use, adapt and re-share them. OERs range from textbooks to curricula, syllabi, lecture notes, assignments, tests, projects, audio, video and animation." Definition OER der UNESCO

Zur Definition von „Offenheit“ wird häufig auf die 5 Rs von David Wiley verwiesen. Diese Definition macht deutlich, dass ein "offener Zugang" zu einer gegebenen Ressource nicht ausreicht, sondern vielmehr auch die Bearbeitbarkeit zentrales Element der Offenheit ist.
- Whitepaper Open Educational Resources an Hochschulen

Warum OER?
 

Es gibt vielfältige Gründe, OER zu nutzen bzw. selbst zu veröffentlichen. So kann man auf erprobte Materialien zurückgreifen und diese schnell für die eigenen Bedarfe anpassen. Zudem bietet sich die Möglichkeit, eigene Materialien in der Community zu reflektieren, konstruktiv zu ergänzen oder sich inspirieren zu lassen. Zudem spielt die Lehrqualifikation in Einstellungsverfahren an Hochschulen eine immer größere Rolle. OER können ein Zeugnis dafür sein, dass ein reflexiver und konstruktiver Prozess zur Verbesserung der eigenen Lehre stattfindet. Das stärkt nicht nur für die eigene Berufszufriedenheit, sondern dient als Ausweis einer lernziel-, praxis- und lernendenorientierten Lehre.

Wie erkennt man OER?
 

Um offene Bildungsressourcen zu kennzeichnen, werden überwiegend Creative-Commons-Lizenzen eingesetzt. Mit diesen wird die offene Lizenzierung angezeigt und die Einschränkungen bei der Nutzung kenntlich gemacht. Maßgeblich werden diese drei Lizenzen als offen definiert:

  1. CC-BY = Namensnennung erforderlich
  2. CC-BY-SA = Namensnennung erforderlich, nach Weiterverwendung der Ressource darf das daraus entstandene Material keine weitere Einschränkung in der Lizenzierung erfahren
  3. CC0/CCZero = Veröffentlichung als gemeinfreie Ressource, die ohne jegliche Einschränkung genutzt werden darf, eine Namensnennung ist nicht erforderlich
Wie findet man OER?

 

Es ist nicht schwer, OER aufzufinden. Im Bildungsbereich stolpert man immer häufiger darüber. Schwierig ist eher die Filterung der Ergebnisse und die Frage, in welchem Repositorium gesucht werden soll. Deshalb ist es sinnvoll, eine Metasuchmaschine zu nutzen, um möglichst viele der relevanten Ergebnisse angezeigt zu bekommen. Relevante Suchmaschinen sind:

  • OER Hörnchen
    Umfassende Metasuchmaschine mit vielen Einstellungsmöglichkeiten, um passende Ressourcen zu finden. Lizenzgenerator zur Eintragung eigener Werke liegt in der Beta-Version vor.
  • OERSI Open Educational Resources Search Index Repositorium mit Inhalten aus vielen Fachgebieten und für alle Bildungsbereiche.
  • OER Commons Metasuchmaschine mit vielen Filteroptionen
Wie erstellt man OER?
 

Jedes Medium kann als offene Bildungsressource lizenziert werden: Grafiken, Präsentationsfolien oder ganze Online-Kurse mit interaktiven Aufgaben.

Unabhängig vom Medium sollte sichergestellt sein, dass die Inhalte auch offen im Sinne einer Bearbeitbarkeit sind. PDFs beispielsweise sind geschlossene Formate, die nur über Umwege für die Bearbeitung geöffnet werden können. Neben der eigenen Erstellung von offenen Bildungsressourcen können bestehende OER auch für die eigenen Bedarfe weiterentwickelt oder Teile aus verschiedenen Ressourcen geremixt werden.

Wie macht man OER verfügbar?
 

Die Frage der Auffindbarkeit von offenen Bildungsressourcen ist zentral. Deshalb gibt es angeleitete Veröffentlichungstools, um die Ressourcen für OER-Suchmaschinen auffindbar zu machen. Zudem erhöhen genaue Benennungen und Schlagwörter die Auffindbarkeit der Inhalte. OER müssen also nicht zwangsläufig in einem der Repositorien gespeichert werden.

Praktische Anwendung von OER

Sie haben Interesse am Einsatz von OER in Ihrer Lehre? Hier erhalten Sie Antworten auf folgende Fragen:

  • Was muss ich bei der Erstellung von OER beachten?
  • Wie kann ich OER zur Verfügung stellen?
  • Wie kann ich OER in die FU-Systeme einbinden?

Beratung und Unterstützung

Sie wünschen sich Beratung zum Einsatz von OER in der Lehre? Sie haben Fragen zur Erstellung von OER und zur Integration in die FU-Systeme? Melden Sie sich gerne unter:

digitale-lehre@fu-berlin.de

Bildquellen: CeDiS und Alexander Sperl: 83 und 70 freie Illustrationen für E-Learning-Materialien; CC BY-SA 4.0

Sie haben eine Frage? Schreiben Sie gerne an digitale-lehre@fu-berlin.de oder teilen Sie Ihre Erfahrungen im Community-Blog.

Ihr Center für Digitale Systeme (CeDiS) an der Universitätsbibliothek

Consulting & Support

Consulting
Vom CeDiS Consulting erhalten Sie individuelle Beratung und Unterstützung bei der Konzeption Ihrer digitalen Lehr- und Forschungsvorhaben. 
Kontakt: consulting@cedis.fu-berlin.de

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