Forschung

Zusammen mit Partnern innerhalb und außerhalb der Freien Universität wurden zahlreiche drittmittelgeförderte Forschungsprojekte aus den Themenfeldern Bildungsforschung, Oral History und Erinnerungskultur durchgeführt. Die Arbeitsgruppe der Digitalen Interview-Sammlungen hat dabei mit Partnern u.a. aus USA, Russland, Polen, Tschechien, Griechenland, Niederlande und Spanien zusammengearbeitet. Sie hat zwei internationale Tagungen über Oral History in der Digitalen Welt ausgerichtet, ihre Arbeit auf zahlreichen Konferenzen und in Publikationen vorgestellt.

Publikationen aus dem Arbeitsbereich Digitale Interviewsammlungen

Zu den Digitalen Interviewsammlungen sind vor allem in den Projekten "Zwangsarbeit 1939-1945" und "Zeugen der Shoah" verschiedene Publikationen – Bildungs- und Lernmaterialien ebenso wie wissenschaftliche Beiträge – entstanden. Auf vielen Tagungen, Workshops und Fortbildungen wurden die Arbeitsergebnisse zur Diskussion gestellt.

Projekt: "Accessing Campscapes"

Das Projekt „Accessing Campscapes: Inclusive Strategies for Using European Conflicted Heritage untersucht die Transformation von ehemaligen nationalsozialistischen und stalinistischen Lagern zu materiell überformten und umstrittenen oder vergessenen Erinnerungsorten. Das interdisziplinäre Projekt erforscht die kulturelle Dynamik dieser Campscapes mit Ansätzen von Oral History und Erinnerungskultur, zeitgenössischer Archäologie und Augmented Reality.
An dem von der Universität von Amsterdam geleiteten Projekt iC-ACCESS sind sechs wissenschaftliche Partner beteiligt. Die Freie Universität Berlin beteiligt sich im Work Package 2: „Testimonies and Campscapes“, in dem die (frühere, gegenwärtige und zukünftige) Rolle von Audio- und Video-Interviews bei der Bewahrung, Interpretation und Repräsentation dieser Lager-Standorte untersucht wird. Dazu wird ein Katalog von einschlägigen Interviews erarbeitet. Fallstudien erforschen die Nutzung von Interviews in Ausstellungen, Webseiten, Bildungsmaterialien und Gedenkveranstaltungen. Darauf basierend, werden Empfehlungen für ihre angemessene Verwendung erarbeitet und ein Prototyp einer Online-Anwendung mit Überlebenden-Interviews entwickelt.

Studie: "Die universitäre Lehre über den Holocaust in Deutschland"

Wie steht es über 70 Jahre nach der Befreiung der nationalsozialistischen Konzentrations- und Vernichtungslager um die Vermittlung des Holocaust an deutschen Hochschulen? Was erfahren Studierende im Rahmen ihres Studiums über den Holocaust und seine Nachwirkungen? In welchem Umfang und in welchen Disziplinen wird das Thema gelehrt? Welche besonderen Herausforderungen ergeben sich aus der deutschen Verantwortung am Holocaust. Gibt es Besonderheiten des Hochschulsystems in Deutschland, die sich auf die Art der Lehre über das Thema auswirken?

Die Lehre an deutschen Hochschulen über den Holocaust ist bislang nur selten Gegenstand wissenschaftlicher Forschung. Entsprechend liegen zu den genannten Fragen bisher keine umfassenden Untersuchungen vor.

Im Rahmen eines gemeinsam von der „Conference on Jewish Material Claims Against Germany“ und der Freien Universität Berlin geförderten und 2015 und 2016 am Center für Digitale Systeme an der Freien Universität durchgeführten Projektes wurde eine Studie erarbeitet, die diese Lücke füllt. Mittels einer empirischen Auswertung von Vorlesungsverzeichnissen und einer Inhaltsanalyse von Expert(inn)eninterviews, ermittelt die Studie den Ist-Zustand der universitären Vermittlung des Holocaust in Deutschland.

Autorinnen: Verena Nägel, Dr. Lena Kahle

Projekt: "Frank Falla Archive"

Das gemeinsam mit der Universität Cambridge und Jersey Heritage durchgeführte Projekt "Frank Falla Archive" untersucht britische Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung und erarbeitet eine Webseite zu den Erinnerungen von Einwohnern der Kanalinseln, die in deutsche Gefängnisse und Lager verschleppt wurden.

Die vor der französischen Küste gelegenen Kanalinseln waren das einzige von deutschen Truppen besetzte Gebiet Großbritanniens. Während des Zweiten Weltkriegs wurden etwa 250 Bewohner von Jersey, Guernsey und Alderney in nationalsozialistische Gefängnisse und Konzentrationslager verschleppt. Mindestens ein Drittel von ihnen leistete Zwangsarbeit; etwa ein Dutzend kam in Haft ums Leben. Mitte der 1960er Jahre beantragten über 100 Betroffene eine Entschädigung; diese Anträge mit den dazugehörigen Erinnerungsberichten, Fotografien und Dokumenten sind die Hauptquelle dieses Projekts.

Das von der Stiftung EVZ geförderte Projekt stellt diese Testimonies zusammen mit Angehörigen-Interviews, Fotografien und Kontextinformationen zu den Haftorten auf die Webseite „The Frank Falla Archive“, die nach einem Betroffenen und langjährigen Aktivisten benannt ist. Damit werden diese in Großbritannien lange marginalisierten Erfahrungen für Forschung, Bildung und Erinnerungskultur verfügbar gemacht und die Basis für weitere vergleichende Studien geschaffen.

Tagung: "Erinnern an Zwangsarbeit. Zeitzeugen-Interviews in der digitalen Welt" (2012)

Vom 4. - 6. Oktober 2012 veranstaltete das Center für Digitale Systeme in Zusammenarbeit mit der Stiftung "Erinnerung Verantwortung und Zukunft" die Tagung "Erinnern an Zwangsarbeit. Zeitzeugen-Interviews in der digitalen Welt" in Berlin.
Wie sieht die digitale Zukunft der Oral History aus? Wie kann die NS-Zwangsarbeit in das – zunehmend digitale und internationalisierte – kulturelle Gedächtnis integriert werden? Am Beispiel des Online-Archivs "Zwangsarbeit 1939-1945" diskutierte die Tagung Nutzungsmöglichkeiten, Herausforderungen und Qualitätsstandards beim Aufbau eines digitalen Interview-Archivs und ermöglichte den Austausch über aktuelle Projekte.
Im Dezember 2013 erschien der gleichnamige Tagungsband:
Apostolopoulos, Nicolas / Pagenstecher, Cord: Erinnern an Zwangsarbeit. Zeitzeugen-Interviews in der digitalen Welt, Berlin 2013.

Tagung: "Preserving Survivors Memories. Digital Testimony Collections about Nazi Persecution: History, Education and Media" (2012)

Vom 20-22.11.2012 veranstaltete die Freie Universität gemeinsam mit der Stiftung Erinnerung Verantwortung und Zukunft und in Kooperation mit der USC Shoah Foundation die internationale Tagung "Preserving Survivors Memories. Digital Testimony Collections about Nazi Persecution: History, Education and Media" im Haus der Kulturen der Welt in Berlin.
Ziel der Tagung war, sich in einem international und interdisziplinär zusammengesetzten Expert(-inn)enkreis über den Stand der Entwicklungen von digitalen Zeugnis-Sammlungen nationalsozialistischer Verfolgung und entsprechenden historischen audiovisuellen Repositorien auszutauschen und über zukünftige Perspektiven zu diskutieren.
Neben einführenden Vorträgen und Inputreferaten stellte der Austausch in parallel verlaufenden Workshops zu den drei Themenkomplexen e-Humanities, Bildung und Visuelle Medien den Schwerpunkt der Tagung dar.
Zu der Tagung ist 2016 eine Publikation erschienen:
Apostolopoulos, Nicolas / Barricelli, Michele / Koch, Gertrud on behalf of Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft” (EVZ): Preserving Survivors Memories. Digital Testimony Collections about Nazi Persecution: History, Education and Media, Berlin 2016.

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