Studie zur akademischen Lehre über den Holocaust: Präsentation erster Ergebnisse

02.08.2016

Studie: Lehre über den Holocaust in Deutschland

Studie: Lehre über den Holocaust in Deutschland

Öffentliche Vorstellung und Podiumsdiskussion fanden am 28. Juni 2016 in der Stiftung Topographie des Terrors in Berlin statt.

Am 28. Juni stellten die Forscherinnen der Studie „Der Status Quo der akademischen Lehre über den Holocaust in Deutschland“ erste Ergebnisse der empirischen Untersuchung vor. Die Studie wird seit Oktober 2015 am Center für Digitale Systeme durchgeführt und untersucht den Status Quo der akademischen Lehre über den Holocaust. Wissenschaftlich beraten wird die Studie von Prof. Dr. Johannes Tuchel, Leiter der Gedenkstätte Deutscher Widerstand und Professor am Touro College Berlin.

In der ersten Phase des Projekts wurden Daten zu 468 Lehrveranstaltungen von 79 deutschen Hochschulen erhoben und ausgewertet. Der Studie zufolge finden an jeder der 79 Hochschulen durchschnittlich 1,5 Veranstaltungen pro Semester statt. Dieses Lehrangebot sei aber unzureichend, wenn ein grundlegendes Wissen über den Holocaust gesichert sein soll. So gibt es der Studie nach besonders über die Realgeschichte des Holocaust kein ausreichendes Lehrangebot. Ein umfassenderes Angebot ist an den Hochschulen zu finden, an denen Holocaust bezogene Forschungszentren bestehen oder ein entsprechendes Engagement einzelner Lehrkräfte gegeben ist. Die inhaltliche Auswertung der Veranstaltungen zeigte, dass bei der Lehre über den Holocaust Fragen der Aufarbeitung, der Wirkung und Repräsentation eine besonders große Rolle spielen. In der zweiten Phase des Projekts wurden Interviews mit 13 Expert/innen der Holocaustforschung unterschiedlicher Disziplinen geführt. Die Auswertung der Interviews ermöglicht eine differenzierte Diskussion der quantitativen Ergebnisse und gewährt Einblicke in Dynamik und Struktur der akademischen Lehre und der Forschung über den Holocaust in Deutschland. Im Laufe des Jahres werden die Gesamtergebnisse der Studie vorliegen.

Die öffentliche Präsentationsveranstaltung fand in der Stiftung Topographie des Terrors in Berlin statt. Im Anschluss an die Vorstellung der Ergebnisse diskutierten Christina Isabel Brüning, Geschichtsdidaktikerin der Pädagogischen Hochschule Freiburg, Prof. Dr. Andreas Nachama, Direktor der Stiftung Topographie des Terrors und der wissenschaftliche Berater des Projekts, Prof. Dr. Johannes Tuchel die einhellig als ernüchternd bezeichneten Ergebnisse der Studie.

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