Online-Lehre: Praxistipps

News vom 18.06.2020

Liebe Lehrende,
liebe Kolleginnen und Kollegen,

das digitale Kreativsemester ist in vollem Gang. Ob die Online-Angebote von den Studierenden angenommen und akzeptiert werden, hängt von der Qualität der E-Learning-Komponenten und der Gesamtkonzeption der Online-Lehrveranstaltung ab. Grundsätzlich sind die didaktisch durchdachte Einbindung digitaler Werkzeuge und die zuverlässige Betreuung der Studierenden über das gesamte Semester wichtige Voraussetzungen, die aufgrund der sehr kurzfristigen Umstellung und der Notwendigkeit für schnelle Lösungen aktuell nicht immer realisiert werden konnten. Um die digitalen Angebote ggf. nachzujustieren und zu verbessern, geben die nachfolgenden Tipps Orientierung, welche Qualitätsmerkmale bei der Gestaltung von Online-Lernumgebungen prinzipiell zu beachten sind (z. B. Blackboard, Wikis, Blogs):

Praxistipp diese Woche:

Gestaltung von Online-Lernumgebungen
Erhalten die Studierenden Rahmeninformationen zur Online-Veranstaltung? Hinweise zu den Zielen, zum Aufbau des Kurses, zur Bedeutung des Einsatzes bestimmter Werkzeuge sowie zu den Kurskonventionen sind ein wichtiger Bestandteil digitaler Lehre. Die Kenntlichmachung des Mehrwertes in Verbindung mit formalen Anforderungen ist zudem ein zentrales Aktivierungs­element.
Ist die Online-Lernumgebung intuitiv nutzbar? Ist die Navigation eindeutig? Die Struktur der Online-Lernumgebung sollte in sich schlüssig sein und den Studierenden sollte sich intuitiv erschließen, was sich hinter den einzelnen Navigationselementen verbirgt.
Ist die Funktion der Materialien in Bezug auf die Lernziele eindeutig? Insbesondere beim Einsatz verschiedener Medientypen wie Text, Bil­der, Audio, Video usw. sollte die Funktion der jeweiligen Materialien innerhalb des Lehrkonzepts deutlich werden.
Sind die Materialien mit Erläuterungen versehen? Durch kurze Erläuterungen und die Benennung des Medientyps erkennen Studierende bereits vor dem Öffnen, was sich dahinter verbirgt. Mit Blick auf die Usability sollte bei Bildern, Simulationen, Audio-und Videodateien auch die Größe der Datei, die Ladedauer bzw. Nutzungsdauer angeben werden.
 Pflege der Online-Lernumgebung
Aktualisieren Sie Ihren Kurs regelmäßig? Ihre „Sichtbarkeit“ in der Online-Lernumgebung, z. B. durch regelmäßige Ankündigungen, ergänzendes aktuelles Material und zeitnahe Reaktionen auf studentische Beiträge, ist mitentscheidend für die Akzeptanz der Online-Veranstaltung.
Sind die Materialien von guter Qualität? Überprüfen Sie alle eingescannten Texte, Bilder sowie Videos auf ihre Qualität. Sind z.B. Folientexte in Videos erkennbar?
Sind videobasierte Angebote schnell abrufbar? Um die Ladezeiten für Videodateien zu optimieren, sollten diese auf der Videoplattform der Freien Universität Vbrick Ref abgelegt werden. In der Lernumgebung kann darauf verlinkt werden.
Sind sämtliche Materialien erfor­derlich? Studierende können sich leicht in einer zu großen Fülle an Material verlieren. Eine übersichtliche Anzahl, in der verbindliches Lern- und Zusatzmaterial als solches gekennzeichnet sind, hilft hier.
Werden alle verfügbaren Werkzeuge und Bereiche regelmäßig genutzt? Alle freigeschalteten Werkzeuge wie „Forum“, „Blog“, „Gruppen“, „Comment“ usw. sollten auch aktiv genutzt werden, d. h. keine verwaisten Foren und leeren Gruppenseiten.
 Kommunikation und Betreuung
Ist der Einsatzzweck der einzelnen Kommunikationselemente eindeutig definiert und den Studierenden bekannt? Kommunikationswerkzeuge wie Foren, Chats oder Blogs sollten nur dann zum Einsatz kommen, wenn deren Einsatzzweck im Gesamtkonzept der Lehrveranstaltung verankert ist. Erfahrungsgemäß erhöht es die Teilnahmebereitschaft der Studierenden, wenn die Nutzung mit eindeutigen Arbeitsaufgaben, klar definierten Zielen o. ä. verknüpft ist.
Werden die Kommunikationswerkzeuge von Ihnen aktiv genutzt? Unstrukturierte und unbetreute Foren, Blogs, Wikis oder Chats haben selten einen hohen Ergebniswert. Lehrende sollten die Diskussionen moderieren und präsent sein (vgl. auch E-Moderation).
Werden die Studierenden bei Problemen unterstützt? Informieren Sie die Studierenden darüber, wer bei auftretenden Problemen (technisch, organisatorisch, inhaltlich) hilft.
Übungen und Feedback
Haben die Studierenden die Möglichkeit zum eigenständigen Üben? Je nach Fach und Thema kann es sinnvoll sein, Online-Übungen bereitzustellen, um Studierenden die Möglichkeit zu geben, das Gelernte zu vertiefen.
Bekommen die Studierenden eine Rückmeldung über ihren Lernstand? Viele Studierende wünschen sich Feedback zu ihrem aktuellen Wissensstand. Eine Möglichkeit ist, Selbsttests mithilfe der Testfunktion von Blackboard zu erstellen. Wichtig dabei ist, dass die Studierenden ein unmittelbares Feedback erhalten und ein eindeutiger Unterschied zwischen Selbsttests und Tests zur Leistungskontrolle durch die Lehrperson gemacht wird (ein Praxistipp zu (Selbst-)Tests folgt in Kürze).
Haben die Studierende die Möglichkeit, ein Feedback zum E-Learning-Einsatz in der Lehrveranstaltung zu geben?  Nutzen Sie die Möglichkeit, Ihre Studierenden um ein Feedback zum E-Learning-Einsatz zu bitten. Sie können wertvolle Hinweise erhalten, wie Sie den Einsatz digitaler Werkzeuge auch im Hinblick auf das Folgesemester mit möglichen Präsenzanteilen weiter verbessern können. Hierfür gibt es verschiedene Möglichkeiten (vgl. Praxistipp 10 zum Thema Umfragen)

Bildquellen: Alexander Sperl: 83 und 70 freie Illustrationen für E-Learning-Materialien ; CC BY-SA 4.0.

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