Digital lehren und lernen an der Freien Universität: Praxistipp 4 – Methoden zur Aktivierung in Live-Settings

26.10.2022

Digital lehren und lernen an der Freien Universität: Praxistipp 4 – Methoden zur Aktivierung in Live-Settings

Liebe Lehrende,
liebe Kolleginnen und Kollegen,

fragen Sie sich auch manchmal, wie Sie Ihre Lehrinhalte in einer Online-Veranstaltung noch abwechslungsreicher vermitteln können? Die Konzentration und Mitarbeit der Studierenden steigern können? Die Studierenden untereinander und mit Ihnen ins Gespräch bringen können? Der folgende Praxistipp nimmt aktivierende Methoden in den Blick und zeigt auf, wie Sie diese in Ihre Online-Live-Settings mit Webex einbringen können.

Hinweis: Die hier vorgeschlagenen Methoden eignen sich nicht nur für den digitalen Raum. Probieren Sie die Methoden auch in Ihrer Präsenzlehre aus, wandeln Sie die Methoden dazu entsprechend ab und passen Sie sie auf die individuellen Bedürfnisse von Ihnen und Ihren Studierenden sowie die Lern- und Lehrinhalte an.

Sie möchten sich weitergehend mit der digitalen Aktivierung von Studierenden beschäftigen? Dann melden Sie sich noch heute zum Workshop Studierende aktivieren und stärker einbinden - vom Micro-Feedback bis zum Wissenstest an (morgen, 01.12.2022 von 10-12 Uhr).

Sie interessieren sich besonders für das kollaborative Erstellen von (Lern-)Inhalten oder für die Möglichkeiten der interaktiven Nutzung von Webex? Dann empfehlen wir die folgenden Fortbildungen: Online-Kollaboration und -Koordination - das FU-Wikisystem Confluence (07.12.2022, 13-15 Uhr) und Einführung in Webex für Lehrende (13.12.2022, 10-13 Uhr).

Unser gesamtes Fortbildungsprogramm finden Sie hier.

Praxistipp dieser Woche: Methoden zur Aktivierung in Live-Settings

Zufällige Paarinterviews
 Frage und Antwort

Bei einem Paarinterview werden zwei zufällig ausgewählte Studierende jeweils in eine Breakout Session eingeteilt. Es geht dabei darum, die Vernetzung innerhalb der Studierendengruppe zu stärken und den Austausch zu fördern. Bevor Sie die Breakout Sessions starten, sollte es einen klaren Arbeitsauftrag, eine Fragestellung o. ä. geben. Nach dem Paarinterview stellt jedes Paar seine Ergebnisse kurz im Plenum vor.  

Einrichtung der Breakout Sessions in Webex:
1.    Teilgruppen-Sitzungen aktivieren
2.    Anzahl der Breakout Sessions festlegen
3.    Teilnehmende „automatisch zuweisen“ auswählen
4.    Zuweisung erstellen
5.    Teilgruppen-Sitzungen starten

Eine detaillierte Beschreibung zum Anlegen von Breakout Sessions finden Sie im Webex-Wiki.

Fish-Bowl-Diskussion
Autonom Diese Methode bietet sich vor allem für hybride Szenarien an.
Die Studierenden, die in Präsenz teilnehmen, stellen ein „Fish-Bowl“ dar und diskutieren über ein bestimmtes Thema, eine Fragestellung oder Ergebnisse einer vorangegangenen Arbeitsphase. Die Studierenden, die online teilnehmen, beobachten in erster Linie die Diskussion. Fragen und Anmerkungen sind während der gesamten Diskussion erlaubt.
Im Anschluss an die Diskussion berichten die Online-Teilnehmenden von ihren Eindrücken und Beobachtungen.
Sie fördern mit dieser Methode die Reflexion und das aufmerksame Zuhören Ihrer Studierenden.
Kamera-Abfrage
Kamera

Die Kurzumfrage mithilfe der Videofunktion in Webex eignet sich vor allem für kleine Gruppen, um schnell ein Feedback zu einer bestimmten Fragestellung zu erhalten. Sie stellen dazu eine möglichst präzise Frage, die mit „Ja“ oder „Nein“ zu beantworten ist. Stimmen die Studierenden zu, lassen sie ihre Kamera an. Stimmen sie nicht zu, schalten sie ihre Kamera aus.
Achten Sie darauf, die Frage möglichst gut auszuformulieren und eindeutig zu stellen. Ansonsten besteht die Gefahr, ein „falsches Meinungsbild“ zu erhalten.

  • Video starten/ Kamera an: „Ich stimme zu“.
  • Video stoppen/ Kamera aus: „Ich stimme nicht zu“.
Tipps:
  • Schalten Sie für die Abfrage in Webex das Raster-Layout ein, um alle Teilnehmenden im Blick zu haben. Pro Seite können max. 25 Personen angezeigt werden.
  • Bauen Sie Abfrage- und Feedbackrunden immer wieder im Semesterverlauf ein, um die Selbstwirksamkeit Ihrer Studierenden zu fördern.
Studentisches Impulsreferat

 Sprechblase mit Ausrufezeichen

Ein kurzes Impulsreferat fasst in maximal zehn Minuten die wichtigsten Aspekte zu einem bestimmten Thema oder einer bestimmten Fragestellung zusammen. Es soll einen Anstoß für die nachfolgende Diskussion und Vertiefung des Themas bieten. Die Quellen für das Referat können Sie entweder von den Studierenden recherchieren lassen oder selbst bereitstellen.
Das Erarbeiten eines Impulsreferats fördert die Studierenden darin, wichtige Informationen zu filtern, sich gezielt mit einem Thema oder einer Fragestellung auseinanderzusetzen sowie Ergebnisse komprimiert zu präsentieren.
Bewegungspausen
 Fahrrad

Mit Bewegungspausen können Sie die Konzentration Ihrer Studierenden fördern und die Lernatmosphäre verbessern.
In der Ausgestaltung der Bewegungspausen sind Ihnen grundsätzlich keine Grenzen gesetzt. Es können Bewegungen im Sitzen oder Stehen ausgeführt werden.

Beispielübungen für Ihre Bewegungspause:

  • Schulterkreisen
  • Strecken
  • Auf der Stelle gehen, rennen, springen
  • Auf einem Bein stehen, springen
  • Fingerübungen u.v.m.

Weitere Inspirationen für Ihre Bewegungspause finden Sie auf den Webseiten des Studi-Pausenexpress der Freien Universität Berlin. Für Präsenzveranstaltungen haben Sie die Möglichkeit, den Studi-Pausenexpress für Ihre Lehrveranstaltung zu buchen.

Studierende erstellen ein Wiki mit Übungsfragen
 Checkliste

Übungsfragen können zum Vertiefen und Festigen von Lehrinhalten besonders hilfreich sein. Lassen Sie von Ihren Studierenden jeweils zum Ende der Sitzung Fragen erstellen, die das Verständnis des jeweiligen Lernstoffs prüfen sollen. Die Studierenden können die Fragen untereinander tauschen und beantworten. Dies lässt sich in Webex bspw. in zufällig zusammengestellten Zweiergruppen im Rahmen von Breakout Sessions realisieren (s.o.). Anschließend können Sie einzelne Fragen im Plenum besprechen.
Erstellen Sie zur Sammlung der Übungsfragen ein Wiki für Ihre Studierenden, das nach Themen strukturiert ist. Dieses kann den Studierenden als Übersicht der gelernten Inhalte und zur Klausurvorbereitung dienen.

Anwendungstipps
 Daumen hoch
  •  Nicht alle Methoden eignen sich für alle Lehr-/Lernformate, alle Fächer, alle Zielgruppen und alle Lehrenden gleichermaßen. Haben Sie Mut zum Ausprobieren – die Erfahrung zeigt: Je mehr Vertrauen in die Mitarbeit Studierender gesetzt wird, desto offener und aktiver zeigen sie sich.
  • Achten Sie bei der Planung Ihrer Veranstaltung auf einen guten Methodenmix (z. B. Aktivierung von Vorwissen,  Inhaltsvermittlung, Aktivierung, Inhaltsvermittlung, Austausch). 
  • Formulieren Sie klare Arbeitsaufträge und greifen Sie Kleingruppenarbeiten im Plenum auf, um die Formate miteinander zu verzahnen. 
  • Halten Sie Stille aus – geben Sie ausreichend Zeit zum Nachdenken, nachdem Sie eine Frage gestellt haben.
  • Setzen Sie nicht zu viele verschiedene Methoden ein. Gut funktionierende Methoden können regelmäßig verwendet werden und damit Kontinuität schaffen.
Ihre Methoden im Online-Raum
Zitatblase

Welche (weiteren) Methoden setzen Sie im Rahmen der online-gestützten Lehre ein? Was funktioniert für Ihre Zielgruppe und Ihren fachlichen Kontext gut, was würden Sie weniger empfehlen? Geben Sie Ihre Erfahrungen weiter und senden Sie eine E-Mail an:digitale-lehre@fu-berlin.de.

Bildquellen: CeDiS und Alexander Sperl: 83 und 70 freie Illustrationen für E-Learning-Materialien; CC BY-SA 4.0

Sie haben eine allgemeine Frage oder möchten etwas beisteuern? Schreiben Sie an: digitale-lehre@fu-berlin.de oder teilen Sie Ihre Erfahrungen und Ideen im Community-Blog.

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