KI und die Zukunft von Prüfungen

Workshopleitung

Alexander Schulz, Dr. Tobias Halbherr

Datum

15.02.2024

Struktur der Veranstaltung

Expertengespräch mit anschließender Diskussion

Dokumentation

Annika-Mara Krause

Ablauf

  • Begrüßung und kurze Vorstellung der Referenten
  • Thesen zu KI und die Zukunft der Prüfungen
  • Diskussion und gemeinsame Einschätzung der Entwicklungen
  • Zusammenfassung und Take-aways
  • Möglichkeiten zur Veränderung der Prüfungsformate wurden von den Referenten vorgestellt.
    Anpassungen von Hausarbeiten, Klausuren und mündliche Prüfungen.

Thesen

Tobias Halbherr

Alexander Schulz

1. Erweiterte Kognition: Das Potential reiner KI wird überschätzt und das Potential der Verbindung menschlicher Intelligenz mit KIwird unterschätzt.

4. Prüfungen können wegen GenKIschon bald nicht mehr wie gewohnt durchgeführt werden.

2. Klausuren: Leistungskontrollen in Form von Klausuren gewinnen angesichts generativer KI an Bedeutung

5. Durch GenKIist der Aufwand („Produktionskosten“) für die Erstellung von Hausarbeiten so stark gesunken, dass Academic Misconductschon bald der Normalfall sein wird.

3. Ressourcenreiches Prüfen -auch mit KI: Es wird einen zunehmenden Bedarf nach Leistungskontrollen mit sicherem Zugang zu KI-Werkzeugen geben

6. In Zeiten von GenKIsind mündliche Prüfungen keine Alternative.

Schwerpunktthemen der Diskussion

1) Kompetenzveränderung

  • Welche Kompetenzen sollen mit einer Prüfung erfasst werden?
  • Welche Kompetenzen werden im Berufsleben benötigt?
  • Erfordernis von KI-Kompetenzen seitens der Studierenden und Lehrenden wurde deutlich.

2) Einsatzszenarien von generativer KI in Prüfungen

  • Einsatz in Prüfungssituationen bei einigen TN bereits erprobt und erlaubt.
  • Klausuren stellen insgesamt nur einen Teil der Leistung von Studierenden dar.
  • Verwendung generativer KI und Prompts können als Teil der Prüfung bewertet werden.

3) Adaption der Prüfungssituation

  • Digitale Prüfungsformate stellen nicht immer eine Alternative für derzeitige Prüfungsformate (wie Hausarbeiten, Essays usw.) dar.
  • Ansprüche werden in Prüfungen, die den Einsatz generativer KI erlauben, erhöht.
  • Anwendungsbezogene Aufgabenstellungen und Prüfungsleistungen können Lernbulimie verhindern.
  • Studierende können höhere Stufen in der Lernzieltaxonomie erreichen.

Take-aways

  • Mit dem breiten Einsatz generativer KI in der Hochschullehre werden sich auch die Prüfungsformate verändern.
  • Die Veränderung im Einzelnen wird sich, abhängig von verschiedenen Faktoren (Prüfungsformaten, Aufgabenstellung, Fachbereich und Kompetenzen, die in der Prüfung erfasst werden sollen usw.), unterscheiden.
  • Mit jedem neuen Tool entsteht auch eine Chance, neue Kompetenzen/Kompetenzbegriffe zu etablieren.
  • Einige Prüfungsformate unterliegen einem stärkeren Transformationsdruck (z. B. Hausarbeiten) als andere (z. B. digitale Prüfungen).
  • Digitale Prüfungen könnten zukünftig noch an Bedeutung gewinnen.
  • KI-Kompetenzen stellen eine zentrale Anforderung der Zukunft dar.

Workshopleitung

Alexander Schulz (Freie Universität Berlin, FUB-IT, Gesamtkoordination des Arbeitsbereichs E-Learning und E-Examinations) beschäftigt sich seit zwei Jahrzehnten professionell mit dem Thema digitale Prüfungen. Er hat an der Freien Universität Berlin die beiden E-Examination Centers aufgebaut, die mit 340 Prüfungsplätzen die derzeit größten Kapazitäten im norddeutschen Raum für digitale Prüfungen bereitstellen. Er ist durch diverse Veröffentlichungen, Herausgeberschaften, Vorträge und Keynotes im In- und Ausland als Fachexperte und Gutachter im Themenbereich „Digitale Prüfungen“ bekannt und gefragt.
Derzeit koordiniert er den Arbeitsbereich E-Learning und E-Examinations (EEE). Er ist Teilprojektleiter für die Freie Universität in den BMBF-Verbundprojekten Tech4Comp (seit 2018) und IMPACT (seit 2021). Beide Projekte widmen sich den Möglichkeiten des Einsatzes von KI und Data Analytics in digitalen Prüfungssituationen. Er ist darüber hinaus seit 2020 der stellvertretende Leiter des Projekts „E-Assessment Alliance“ (EA2) im Exzellenzverbund der Berlin University Alliance (BUA).

Dr. Tobias Halbherr (ETH Zürich) leitet die Gruppe Online-Prüfen der Sektion EDU-IT an der ETH Zürich. Er ist durch seine Arbeit in Forschung und Entwicklung, Publikationen, Herausgeberschaften, Vorträgen oder Keynotes im deutschsprachigen Raum als Experte im Themenbereich „Digitale Prüfungen“ bekannt und gefragt. Er ist seit 2012 verantwortlich für die Weiterentwicklung und den Betrieb der digitalen Prüfungen an der ETH Zürich. Als Dienstleistungsverantwortlicher, Projektleiter und Fachexperte ist er unter anderem an der Entwicklung des Safe Exam Browsers (SEB), zahlreicher Moodle-Erweiterungen sowie der technischen, didaktischen und organisatorischen Architektur der digitalen Prüfungen an der ETH Zürich beteiligt. Seit 2014 leitet er die Special Interest Group E-Assessment von eduhub.ch von SWITCH. Als Fachspezialist für Prüfungen gibt er regelmässige Weiterbildungskurse für Dozierende.

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