Praxistipps zum Sommersemester 2021

Überblick: Was heißt OER


Die gebräuchlichste Definition für Open Educational Resources stammt von der UNESCO (2017):

"Open Educational Resources (OERs) are any type of educational materials that are in the public domain or introduced with an open license. The nature of these open materials means that anyone can legally and freely copy, use, adapt and re-share them. OERs range from textbooks to curricula, syllabi, lecture notes, assignments, tests, projects, audio, video and animation." Definition OER der UNESCO

Zur Definition von „Offenheit“ wird häufig auf die 5 Rs von David Wiley verwiesen. Diese Definition macht deutlich, dass ein "offener Zugang" zu einer gegebenen Ressource nicht ausreicht, sondern vielmehr auch die Bearbeitbarkeit zentrales Element der Offenheit ist.

Warum OER?
 

Es gibt vielfältige Gründe, OER zu nutzen bzw. selbst zu veröffentlichen. So kann man auf erprobte Materialien zurückgreifen und diese schnell für die eigenen Bedarfe anpassen. Zudem bietet sich die Möglichkeit, eigene Materialien in der Community zu reflektieren, konstruktiv zu ergänzen oder sich inspirieren zu lassen. Zudem spielt die Lehrqualifikation in Einstellungsverfahren an Hochschulen eine immer größere Rolle. OER können ein Zeugnis dafür sein, dass ein reflexiver und konstruktiver Prozess zur Verbesserung der eigenen Lehre stattfindet. Das stärkt nicht nur für die eigene Berufszufriedenheit, sondern dient als Ausweis einer lernziel-, praxis- und lernendenorientierten Lehre.

Wie erkennt man OER?
 

Um offene Bildungsressourcen zu kennzeichnen, werden überwiegend Creative-Commons-Lizenzen eingesetzt. Mit diesen wird die offene Lizenzierung angezeigt und die Einschränkungen bei der Nutzung kenntlich gemacht. Maßgeblich werden diese drei Lizenzen als offen definiert:

  1. CC-BY = Namensnennung erforderlich
  2. CC-BY-SA = Namensnennung erforderlich, nach Weiterverwendung der Ressource darf das daraus entstandene Material keine weitere Einschränkung in der Lizenzierung erfahren
  3. CC0/CCZero = Veröffentlichung als gemeinfreie Ressource, die ohne jegliche Einschränkung genutzt werden darf, eine Namensnennung ist nicht erforderlich
Wie findet man OER?

 

Es ist nicht schwer, OER aufzufinden. Im Bildungsbereich stolpert man immer häufiger darüber. Schwierig ist eher die Filterung der Ergebnisse und die Frage, in welchem Repositorium gesucht werden soll. Deshalb ist es sinnvoll, eine Metasuchmaschine zu nutzen, um möglichst viele der relevanten Ergebnisse angezeigt zu bekommen. Relevante Suchmaschinen sind:

  • OER Hörnchen
    Umfassende Metasuchmaschine mit vielen Einstellungsmöglichkeiten, um passende Ressourcen zu finden. Lizenzgenerator zur Eintragung eigener Werke liegt in der Beta-Version vor.
  • OERSI Open Educational Resources Search Index Repositorium mit Inhalten aus vielen Fachgebieten und für alle Bildungsbereiche.
  • OER Commons Metasuchmaschine mit vielen Filteroptionen
Wie erstellt man OER?
 

Jedes Medium kann als offene Bildungsressource lizenziert werden: Grafiken, Präsentationsfolien oder ganze Online-Kurse mit interaktiven Aufgaben.

Unabhängig vom Medium sollte sichergestellt sein, dass die Inhalte auch offen im Sinne einer Bearbeitbarkeit sind. PDFs beispielsweise sind geschlossene Formate, die nur über Umwege für die Bearbeitung geöffnet werden können. Neben der eigenen Erstellung von offenen Bildungsressourcen können bestehende OER auch für die eigenen Bedarfe weiterentwickelt oder Teile aus verschiedenen Ressourcen geremixt werden.

Wie macht man OER verfügbar?
 

Die Frage der Auffindbarkeit von offenen Bildungsressourcen ist zentral. Deshalb gibt es angeleitete Veröffentlichungstools, um die Ressourcen für OER-Suchmaschinen auffindbar zu machen. Zudem erhöhen genaue Benennungen und Schlagwörter die Auffindbarkeit der Inhalte. OER müssen also nicht zwangsläufig in einem der Repositorien gespeichert werden.

Praktische Anwendung von OER

Sie haben Interesse am Einsatz von OER in Ihrer Lehre? Hier erhalten Sie Antworten auf folgende Fragen:

  • Was muss ich bei der Erstellung von OER beachten?
  • Wie kann ich OER zur Verfügung stellen?
  • Wie kann ich OER in die FU-Systeme einbinden?

Beratung und Unterstützung

Sie wünschen sich Beratung zum Einsatz von OER in der Lehre? Sie haben Fragen zur Erstellung von OER und zur Integration in die FU-Systeme? Melden Sie sich gerne unter:

digitale-lehre@fu-berlin.de

Bildquellen: Alexander Sperl: 83 und 70 freie Illustrationen für E-Learning-Materialien; CC BY-SA 4.0

Bildschirmaufnahmen in der Lehre

Vorlesungsfolien aufzeichnen und vertonen, visuelle Inhalte präsentieren, Videoaufnahmen von Expertengesprächen analysieren, Labordemonstrationen in eine Folienpräsentation integrieren oder mit einem Video-Tutorial die Anwendung veranschaulichen - dies sind nur einige Beispiele, bei denen Camtasia als Werkzeug für digitales Lernmaterial eingesetzt werden kann. Das Tool bietet u. a. die Möglichkeit,

  • Präsentationen mit und ohne Audio aufzuzeichnen, via Marker besonders wichtige Inhalte zu kennzeichnen oder durch Heranzoomen vergrößert darzustellen
  • Vorträge in Kombination mit dem PowerPoint-Add-In aufzuzeichnen, um die Folien-Präsentation zusammen mit dem Sprechtext aufzunehmen
  • Veranstaltungsinhalte am eigenen Rechner aufzunehmen, mit Mediendateien anzureichern (z. B. Grafiken, Musik, Filme, PDFs) und als Lernvideo bereitzustellen
  • Quizfragen, interaktive Hotspots und Animationen einzubinden sowie
  • Texte, Links, Inhaltsverzeichnis, Suchfunktion u. v .m. zu integrieren.
Blick in die Praxis
 
Camtasia vs. Snagit
 

Im Vergleich zu anderen Video-Produktionen ist das Setting mit wenig Aufwand eingerichtet. Hierfür stellt die Freie Universität Berlin u. a. die Tools Snagit und Camtasia des Anbieters TechSmith bereit. Mit Snagit werden Präsentationen als eine Abfolge von Bildschirmaufnahmen erstellt, mit Camtasia werden aus Bildschirmaufnahmen Videos produziert. Das Programm vereint die Bildschirm- und Audioaufzeichnung mit einer für Bildschirmaufnahmen spezialisierten und intuitiven Videobearbeitung.

Download und Installation von Camtasia

 

Die Freie Universität Berlin hat eine Campus-Lizenz für Camtasia erworben, so dass die Software für die Angehörigen kostenfrei zu nutzen ist. Informationen zum Download, zur Installation und zu den Nutzungsbedingungen finden Sie auf den Seiten der ZEDAT:

Nutzung von Camtasia
 

Camtasia nutzt für die Aufnahme Ihren PC oder Laptop sowie die vorhandenen Aufnahmegeräte. Für eine reine Bildschirmaufnahme reicht daher prinzipiell ein Bildschirm. Möchten Sie das Aufgenommene vertonen, brauchen Sie zusätzlich ein Mikrofon (z. B. das interne Mikrofon Ihres Laptops). Für eine Video-Aufnahme von etwas anderem als Ihrem Bildschirm brauchen Sie eine Kamera, zum Beispiel eine Webcam.

Anwendungstipp: Viele Laptops verfügen über diese Ausstattung. Doch gerade bzgl. des Tons, der als zentrales Qualitätsmerkmal über das Weitergucken oder Abschalten gilt, lohnt es sich, über eine hochwertigere Alternative (USB-Tischmikrofon oder Headset) nachzudenken.

Anwendungstipp: Teilen Sie lange Vortragsblöcke (z. B. 90-minütige Vorlesungen) in überschaubare Einheiten mit einer Länge von 10 bis max. 15 Minuten. Längere Videodateien sind u. U. zu groß, als dass Sie diese bequem und schnell online zur Verfügung stellen können (Stichwort Bandbreite). Auch bzgl. der Konzentrationsfähigkeit im virtuellen Raum empfehlen sich kurze Lerneinheiten.
Anleitungen an der Freien Universität
 

Im FAQ-Wiki vom CeDiS finden Sie Unterstützung und Anleitungen zur Handhabung von Camtasia, wie z. B.:

  • Bildschirm, Audio und (ggf.) Webcam aufzeichnen und schneiden
  • PowerPoint-Datei in Camtasia importieren
  • Videodatei exportieren
  • Videoinhalte durch Vergrößern hervorheben (Zoom)
  • Anmerkungen ("Callouts"), Pfeile, Verpixelungen, visuelle und akustische Effekte hinzufügen
  • Geschwindigkeit von Medienelementen ändern u. v. m.

Tutorials von TechSmith

 

TechSmith bietet zahlreiche Tutorials, sowohl zum einfachen Einstieg in Camtasia als auch mit fortgeschrittenen Bearbeitungstipps. In kurzen Videos erhalten Sie bspw. eine Einführung in die Aufnahme und Bearbeitung von Videos und Audios, die Verwendung von Vorlagen oder die Erstellung von Quizfragen, Umfragen, Animationen und interaktiven Hotspots. Zudem gibt es Tipps, wie sich die eigene Zielgruppe am besten erreichen lässt.

Bildquellen: Alexander Sperl: 83 und 70 freie Illustrationen für E-Learning-Materialien; CC BY-SA 4.0

Webex Teilgruppen – neue Funktionen

In Webex Meetings können Ihre Studierenden in Teilgruppen zusammenarbeiten und dort per Audio, Video und Chat kommunizieren (siehe Praxistipp Teilgruppenfunktion in Webex). Seit Kurzem können Sie Ihren Studierenden erlauben, ihre Gruppe eigenständig zu wählen sowie die Gruppe zu wechseln. Damit lassen sich nun auch Formate wie ein World Café oder eine Posterpräsentation realisieren, bei denen die Teilnehmenden von Gruppe zu Gruppe wechseln.

Webex – Änderungsmails für Meetings steuern
 

Sie haben eine Einstellung in Ihrem Meeting geändert und möchten automatisierte Änderungsmails an Ihre Teilnehmenden vermeiden? Kein Problem: Beim Speichern Ihrer Änderungen können Sie den Mailversand nun in einer entsprechende Abfrage steuern.

Hörsaal-Aufzeichnungen automatisiert nach Vbrick
 

Haben Sie Videoaufzeichnungen in den zentralen Hörsälen der Freien Universität Berlin getätigt? Ab sofort werden diese Aufzeichnungen vollautomatisch in Ihren persönlichen Bereich auf der FU-Videoplattform Vbrick Rev hochgeladen

Votingo – neue Tutorials

 

Votingo ist ein Audience Response System, mit dem anonyme Befragungen ohne großen technischen oder zeitlichen Aufwand durchgeführt werden können und die Ergebnisse sofort vorliegen (vgl. Praxistipp Kurz-Umfragen mit Votingo). Eine neue Tutorial-Reihe erleichtert Ihnen den Einstieg in die Erstellung von Votingo-Umfragen:

Übrigens: Votingo kann auch außerhalb des FU-Netzes ohne VPN genutzt werden – sowohl von Studierenden als auch von Lehrenden. Die VPN-Pflicht beim Erstellen der Umfragen ist entfallen.

Fortbildungen und Sprechstunden zur Online-Lehre
 

Auch im dritten Online-Semester erhalten Sie mediendidaktische/ technische Unterstützung und Beratung rund um Ihre Online-Lehre:

Online-Sprechstunden und Beratung: Fragen zur Konzeption, Durchführung und Betreuung Ihrer digitalen Lehrveranstaltung können Sie in unserer wöchentlichen „Sprechstunde zur Online-Lehre“ stellen, jeweils montags und freitags von 13 bis 14 Uhr:

Methodisch-didaktische Fortbildungen: Was ist bei der Planung digitaler Lehre zu beachten? Wie kann die eigene Lehre mediendidaktisch bzw. technisch verbessert werden? Worauf ist bei der Betreuung Studierender zu achten und wie motiviert man zur aktiven Mitarbeit? Wie lassen sich Lehrinhalte spielerisch aufbereiten und welche Möglichkeiten bietet KI (Künstliche Intelligenz) in der Lehre?

Anwendungsorientierte Fortbildungen: Screencasts mit Camtasia erstellen, Videos mit mobilen Geräten produzieren, digitale Lehrinhalte leicht und anschaulich mit H5P erstellen, eine Einführung in Webex, Blogs oder Wikis erhalten - dies und mehr bieten die anwendungsorientierten Schulungen zu digitalem Lehren, Lernen und Prüfen.

Alle Termine finden Sie hier: CeDiS-Fortbildungsprogramm

Wie war das nochmal? Anwendungstipps zum Semesterstart
 

Lernplattform Blackboard

In Blackboard können Sie als Lehrende in Ihren Kursen Lernmaterial und Tests bereitstellen, mit Ihren Studierenden kommunizieren, Gruppenarbeiten anleiten etc. Dazu müssen Sie zunächst sicherstellen, dass alle Studierenden und Unterstützungspersonen Zugriff auf Ihren Kurs haben:


Webex
Ihre wöchentliche Veranstaltung in Webex-Meetings können Sie beim Ansetzen des Meetings mit der Wiederholungsfunktion realisieren – der Link für alle Termine bleibt dabei gleich.

Damit Ihre Studierenden Zugriff auf den Meetingraum zur Veranstaltung erhalten, stellen Sie ihnen am besten einfach die Meeting-Informationen in Blackboard zur Verfügung:

Vbrick-Videos im Blackboard-Kurs
Wenn Sie die Plattformen Blackboard und Vbrick für Ihre Lehre zusammen nutzen und Ihre Videos gezielt, schnell und unkompliziert Ihren Studierenden zugänglich machen wollen, so können Sie die funktionale Schnittstelle zwischen Blackboard und Vbrick Rev verwenden:

Bildquellen: Alexander Sperl: 83 und 70 freie Illustrationen für E-Learning-Materialien; CC BY-SA 4.0

Consulting & Support

Consulting
Vom CeDiS Consulting erhalten Sie individuelle Beratung und Unterstützung bei der Konzeption Ihrer digitalen Lehr- und Forschungsvorhaben. 
Kontakt: consulting@cedis.fu-berlin.de

Support
Der CeDiS Support beantwortet Ihre Nutzeranfragen zur Bedienung der folgenden zentralen Systeme der Freien Universität: Blackboard, CMS, FU-Wikis, FU-Blogs.
Kontakt: support@cedis.fu-berlin.de
Hotline: +49 30 838-54900 (Mo–Fr: 11–13 und 14–17 Uhr)