Barrierefreie Navigation und Verlinkungen

Die Navigation lässt sich im CMS auf eine vielfältige Weise gestalten. Die Struktur einer Website wird in der Hauptnavigation, Pfadnavigation, Sitemap und in Inhaltsverzeichnissen abgebildet. Die redaktionell gepflegten Verlinkungen und Linklisten bieten alternative Einstiege in den Inhalt der Website und verweisen auch auf externe Websites und Dateien zum Download.

Navigationsbereiche und Verlinkungen werden im CMS-Markup entsprechend ausgezeichnet und lassen sich mit assistierender Technik für Blinde und Sehbehinderte direkt ansteuern. Für die Bedienbarkeit der Navigation bei motorischen Behinderungen ist ebenfalls das CMS-Markup verantwortlich.

Durch eine klare intuitive Struktur der Website und einen sinnvollen Einsatz von Verlinkungen können CMS-Redakteur*innen die Barrierefreiheit ihrer Webseiten deutlich verbessern.

Eine klare Gesamtstruktur und die Erreichbarkeit von Webseiten über das Menü erleichtern Nutzer*innen die Orientierung im Webauftritt.

Die Hauptnavigation (das Menü) eines umfangreichen Webauftritts mit vielen Navigationsebenen ist insbesondere für blinde und sehbehinderte Menschen nicht einfach zu bedienen. Screenreader steuern zwar Navigationsbereiche einer Webseite direkt an, lesen dann aber die Menülinks einer Ebene einen nach dem anderen vor. Wird ein Menüpunkt ausgewählt, wird die nächste Ebene vorgelesen. Folgt man einem Link und wechselt den Seitenkontext bzw. landet auf einer neuen Webseite, muss man sich erneut mit demselben oder einem neuen Menü auseinandersetzen.

Wie geht man mit diesem Problem redaktionell um? 

  • Ein kompaktes Menü mit klarer Logik und Links zu den wichtigsten Unterseiten wäre das Ziel.
  • Die Ordnerstruktur im CMS ist das verfügbare Mittel, um dieses Ziel zu erreichen:
    Das Menü von CMS-Webseiten bildet die CMS-Ordnerstruktur ab, wobei die Anzeige in der Navigation für jeden Ordner (Standard-, News-, Projekt-Ordner usw.) optional ist. Die Bezeichnungen von Menüpunkten (Feld "Titel" in CMS-Vorlagen) sind i.d.R. kurz und die Anzahl von Menüpunkten pro Navigationsebene begrenzt. Unterseiten, die nicht über das Menü erreichbar sein sollen, werden im Inhaltsbereich oder in ergänzenden Navigationen z.B. im Footer verlinkt. Die Gesamtstruktur eines Teilbaums wird in seiner Sitemap angezeigt.

Seitenhierarchie

Die Struktur einer Website bzw. eines Teilbaums mit eigener Hauptnavigation sollte so angelegt werden, dass die wichtigsten Bereiche auf der ersten Ebene d.h. im Hauptordner der Website bzw. des Teilbaums platziert werden und somit die Hauptmenüpunkte bilden können. Je höher eine Webseite in der Seitenhierarchie steht, desto höher wird sie auch von Suchmaschinen bewertet.

Beispiele:

Falls solche Bereiche zu zahlreich sind, wie z.B. Institute eines Fachbereichs, würde ein Menüpunkt "Einrichtungen", "Institute", "Arbeitsbereiche" und eine Linkliste im Inhaltsbereich das Ziel erfüllen.

Beispiel:

CMS-Redakteur*innen verzichten immer öfter auf die nächsten Ebenen des Menüs und verlagern Verweise auf Unterseiten in den Inhaltsbereich - in Form von Inhaltsverzeichnissen oder von der Seitenstruktur gar losgelösten Linklisten.

Beispiel:

Das Menü wird dadurch recht kompakt und auf Grund der aktuell leider vorhandenen technischen Einschränkungen der aktuellen Hauptnavigation auch besser bedienbar.

Problematisch für die Navigation mit einem Screenreader können solche Verweise im Inhaltsbereich anstelle des Menüs dann werden, wenn sie in einem längeren Text oder in funktionell komplexen Inhaltselementen verteilt und mit externen Links vermischt sind.

Die Hauptnavigation wird z.Z. programmier- und designtechnisch gründlich überarbeitet und unterstützt künftig tiefere Strukturen wesentlich besser. In Hinblick auf diese Änderung empfehlen wir, die Unterseiten so zu strukturieren, dass sie über das Menü möglichst schnell erreichbar sind. Die Ordnerstruktur sollte dabei nicht unnötig verzweigt werden. Pluspunkt: Gehaltvolle Webseiten mit Textstrukturierung werden auch von Suchmaschinen bevorzugt.

Beispiel: Der Menüpunkt "Studium" erfordert i.d.R. eine tiefere Struktur, die in der Hauptnavigation abgebildet ist und mehrere Zielgruppen adressiert:

  • Studium und Lehre auf der Website des Fachbereichs für Geschichts- und Kulturwissenschaften
  • Studium/Lehre auf der Website des Fachbereichs Biologie, Chemie, Pharmazie
  • Studium und Lehre auf der Webseite des Instituts für Romanische Philologie

Anzeige im Menü, die Reihenfolge der Menüpunkte

Häufig ist es sinnvoll, Ordner im Menü nicht anzuzeigen.

Beispiele:

  • Die Unterseite "Lageplan" des Ordners und Menüpunktes "Kontakt" wird im Text der Kontakt-Seite verlinkt und im Menü ausgeblendet.
  • Mitarbeiter*innen- oder Projektseiten werden automatisch in einer Liste im Inhaltsbereich, nicht aber einzeln im Menü angezeigt.
  • Wenn sich relevante Verweise im Inhaltsbereich einer Webseite deutlich von ihrer eigenen Ordnerstruktur im CMS abweichen bzw. wenn eigene Unterseiten nur eine Ergänzung des z.B. zentralen oder Fachbereichsinformationsangebots sind.

Die Reihenfolge der Menüpunkte soll eine schnellere Navigation erleichtern. Sie muss logisch sein (z.B. Studieninteressierte - Bachelor - Master - Promotion), und die am meisten gesuchten und besuchten Seiten sollten möglichst weit oben in der Struktur verortet sein.

Redaktion im CMS:

Barrierefreie Links sind aussagekräftig, relevant, verweisen auf barrierefreie Webinhalte und weisen ggf. auf abweichende Formate z.B. PDF und Sprachen hin.

Für Screenreader ungeeignet und deshalb nicht barrierefrei sind Links, die das Ziel nicht explizit nennen. Während man einen Link visuell im Kontext wahrnimmt und sein Ziel aus dem Kontext ableiten kann, nutzen blinde und sehbehinderte Menschen die Funktion des Screenreaders, alle Links einer Webseite direkt anzusteuern und als Liste vorzulesen.

Die auf Webseiten häufig vorkommenden Links "Lesen Sie weiter", "Mehr..." oder "Download" ermöglichen keine Navigation mit einem Screenreader und bilden eine unnötige Barriere. Linktitel müssen stattdessen das Linkziel so genau angeben, dass sich ein für blinde und sehbehinderte Menschen mühseliger Kontextwechsel lohnt.

Beispiele:

Nicht geeignet als Linktitel sind URLs wie z.B. https://www.fu-berlin.de.

Die Reihenfolge von Verlinkungen im Inhaltsbereich spielt bei der Navigation mit assistierender Technik für Blinde und Sehbehinderte eine große Rolle. Die wichtigsten Links, d.h. Links auf besonders relevante Inhalte, sollten zuerst platziert werden. Die notwendigen ergänzenden Links werden nachgeordnet eingefügt. Das betrifft sowohl Verlinkungen in Texten als auch Inhaltselemente mit navigatorischer Funktion  - Slideshows, Aufmacherlisten, Karussells, Text- und Aufmacher-Boxen, Banner-Text und Banner-Bild, News- und Termin-Boxen, Linklisten "Lesen Sie weiter" und "Downloads" sowie Linklisten in der Fußzeile.

Auf Verlinkungen, die für den Inhalt der Webseite nicht relevant sind, sollte man verzichten.

Redaktion im CMS:

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