Online Prüfung

E-Learning-Premiere:
Statistik-Klausur am Laptop mit 180 Studierenden

Der Einsatz von E-Learning an der Freien Universität Berlin erreichte am Ende des Wintersemesters 2004/2005 einen Höhepunkt: Erstmals legten im März 2005 180 Studierende der Wirtschaftswissenschaft ihre Abschlussklausur in der Statistik-Grundausbildung an eigenen Laptops in der Cafeteria des Fachbereichs und an PCs in den verschiedenen Computerräumen ab. Dabei nutzten die Studierenden den Computer nicht nur für einen Multiple-Choice-Test, sondern arbeiteten mit der preisgekrönten Lernsoftware Statistiklabor. Die interaktive Lern- und Arbeitsplattform ermöglicht eine neue und interessantere Form der Statistik-Lehre. Insgesamt bedeutete dies eine bis dato deutschlandweit einmalige Integration von multimedialen Lernmethoden in Lehre und Prüfung der universitären Statistik-Ausbildung. Sowohl die Lehrenden als auch die Studierenden sind begeistert von der Innovation. „Wenn ich die Klausur bestanden habe, dann bin ich jetzt ein richtiger Freund von E-Learning“, war die erste Reaktion eines 22-jährigen Volkswirtschafts-Studenten, nachdem er seinen Laptop zugeklappt hatte.

Statistik-Abschlussprüfung im Grundstudium in der Caféteria des Fachbereichs Wirtschaftswissenschaft am eigenen Laptop: Diese Premiere meisterten Studierende zum ersten Mal am Ende des Wintersemesters 2004/2005 an der Freien Universität.

Die Massen-Klausur an Laptops und PCs ist der Erfolg und das Ergebnis des E-Learning Projekts "Neue Statistik". Das Projekt basiert auf einer mittlerweile siebenjährigen Arbeit an der Freien Universität und wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Partner waren unter anderem die Universitäten Hamburg und Bielefeld. CeDiS, das Kompetenzzentrum für E-Learning und Multimedia der Freien Universität, entwickelte dabei das Statistiklabor, das mittlerweile auch andere Universitäten in Deutschland in der Lehre einsetzen. Diese Software bietet eine interaktive Lern- und Arbeitsumgebung. So gestaltet sie die unter angehenden Wirtschaftswissenschaftlern oft ungeliebte Statistik-Grundausbildung völlig neu – weg von der mathematisch-dominierten Aufgabenrechnerei und hin zu einer problemorientierten Herangehensweise. „Mit dem Statistiklabor arbeiten die Studierenden mit echten Datensätzen, betreiben reale Datenanalyse. Das macht mehr Spaß und hat einen größeren Praxisbezug als nur in den Taschenrechner zu tippen und Wahrscheinlichkeitsfunktionen mit wenigen Zahlen zu berechnen“, erklärt der FU-Statistik-Professor Dr. Ulrich Rendtel, unter dessen Federführung die neue Statistik-Ausbildung mit Abschluss-Klausur am Computer für eine große Veranstaltung im Grundstudium im März 2005 Premiere hatte. Die Studierenden stimmen ihrem Professor zu. Ein 21-jähriger Betriebswirtschafts-Student betont: „Am Anfang war ich skeptisch, was die obligatorische Nutzung des Statistiklabors während des Semesters und vor allem in der Klausur angeht – aber alles lief wunderbar und hat mir das Leben mit der Statistik vereinfacht.“

Sieht auf den ersten Blick nicht nach einer Prüfung aus - ist es aber. Manche Studierenden waren vor der ersten Klausur mit mit dem Statistiklabor durchaus skeptisch, am Ende jedoch positiv überrascht.

Alle Beteiligten ziehen über den Verlauf der Klausur selbst eine positive Bilanz – wenn Sie auch zugeben, dass schon etwas Anspannung herrschte am Morgen davor, ob auch alles klappt und keine technischen Pannen auftreten. Tatsächlich funktionierte dann auch der Laptop einer Studentin nicht. Doch dank der guten Vorbereitung war dieses einzige und kleine Problem schnell gelöst: Sie bekam im Handumdrehen ein Ersatz-Notebook.

Insgesamt war für die Klausur mit den knapp 200 Studierenden an ihren eigenen Laptops und in zwei verschiedenen PC-Pools der Freien Universität Berlin eine aufwändige logistische Vorarbeit nötig. Daran und an der Durchführung der Klausur beteiligt waren die Mitarbeiter von Professor Rendtels Lehrstuhl für Statistik am Institut für Statistik und Ökonometrie, Arbeitsgruppenleiter „Neue Statistik“ Dr. Albert Geukes von CeDiS und dessen Mitarbeiter sowie Diplominformatiker Jörg Reker von ZEDAT mit seinem Team. Die ZEDAT stellte einen PC-Pool bereit und sorgte für einen kontrollierten Zugang zu den ausgewählten Webservern – denn schließlich sollten die Studierenden während der Klausur nur auf die benötigten Datensätze und keine weiteren Quellen aus dem Internet zugreifen können. Die Studierenden, die mit ihrem eigenen Laptop arbeiteten, luden sich die Datensätze bereits vor der Klausur auf ihre Rechner und ZEDAT stelle dann die Hot Spots für kabelloses Surfen während der Klausurzeit ab.

Die Erneuerung der Statistik-Ausbildung ist nur ein Gesicht von E-Learning an der Hochschule im Südwesten der Hauptstadt mit knapp 38.000 Studierenden, denn die Entwicklung und der Einsatz von E-Learning ist Teil einer umfassenden Strategie zur Modernisierung der Lehre an der Freien Universität. „Unser Ziel ist allerdings nicht eine Online-Universität“, verdeutlicht CeDiS-Leiter Prof. Nicolas Apostolopoulos, „sondern die sinnvolle Ergänzung der Präsenz-Lehre durch multimediale Lehr- und Lernmethoden.“ Deshalb sind Taschenrechner, Papier und Bleistift auch in der Statistik-Grundausbildung der Freien Universität Berlin nicht ganz verschwunden, nicht einmal in der computergestützten Klausur.

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